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"A Night Like This ..." - Tribute To The Cure
Fast zeitgleich
mit dem offiziellen "Greatest Hits"-Album von THE CURE kommt eine
Tribute-CD daher und ich wollt ja erst schon genervt abwinken, aber beim
Blick auf die Tracklist und beim genaueren Hören, fand ich diese
Compilation dann durchaus eine Erwähnung wert.
Den Beginn macht
ESCAPE WITH ROMEO mit "In Your House", welches sich vom
elektronisch verfremdenden Gesang abgesehen, recht nah am Original hält.
Lang nix gehört von BEHIND THE SCENES, hier zollen sie Robert
Smith und Co mit einer flotten stimmigen Version von "Killing An
Arab"
Tribut. Weiter gehts mit den wiederauferstandenen IN
MITRA INDRI die erwartungssgemäß "Just like Heaven" eine eigene
Note verleihen, auch wenn die typische Gitarrenfigur nicht fehlen darf.
Erstes wirkliches Highlight ist dann aber "Lullaby" in der
Interpretation von CLOSE ENCOUNTERS, klar mit weiblichen Vocals!
Mir bislang gänzlich unbekannt war CAT FUD, die hier eine recht
speedige Version von "The Baby Screams" zum Besten geben und damit
auf die Tanzflächen landesweiter Zuckelpaläste abzielen. Recht technisch
und elektronisch, der Gesang kann mich nicht sehr
überzeugen. CONVENT sind auch dabei und haben sich "M" zu
covern vorgenommen. Nun weiß ich nicht ob sie vor lauter Ehrfurcht vor dem
Orginal nicht so explodieren, wie man es sonst eigentlich gewohnt ist.
Schon verblüffend, die typischen THE CURE-Rythmen, der drahtige Bass,
die wavigen Gitarren und dann eine unterkühlte Frauenstimme. SOPHYA
haben aus "The Figurehead" ein musikalisches Denkmal gesetzt, das
jedem CURE-Fan an die Seele geht. Manchmal hatte ich das Gefühl, daß
Mister Smith himself im Background-Chor mitgejubelt hat! PASSION
PLASTIQUE wiederum schicken THE CURE mit ihrer Version der "Funeral
Party" in verzerrte Minimal-Elektrowelten, ob die da hingehören? Etwas
langatmig! Schlaflose Nächte hatten wohl auch PILORI mit ihrer
Coverversion von "If Only Tonight We Could Sleep". Genau wie beim
Orginal, das Stimmengemurmel, das Saxophon, die Barhaus-Atmosphäre morgens
früh um vier. Nur, daß die Sängerin um diese Uhrzeit wirklich noch singen
kann! Ein weiteres Highlight sind sicherlich die "Seventeen
Seconds" von WHISPERS IN THE SHADOW, aber wollten die nicht
eigentlich weg vom CURE-Image? Sie können´s halt nicht lassen!
Überrascht hat mich auch die Anwesenheit von THE CRACK OF DOOM
auf diesem Silberling. Aber ihre Version von "A Night Like This"
trägt zum einen die typische THE CRACK OF DOOM-Handschrift und ist damit
sicher ein Highlight dieser Compilation!
Auch mit YENDRI
assoziiert man eigentlich kaum THE CURE, aber hört Euch mal bitteschön
diese Version von "The Love Cats" an! Das nenn ich mal eine
gelungene Interpretation! Eine völlig neue Lebenserfahrung! ANOTHER
TALE machens sich da leichter und spielen den 80'er Gassenhauer
"Boys Don't Cry" halt einfach nach. PSYCHE haben sich
mit SONIC BOOM zusammengetan um "Charlotte Sometimes" ihren
Stempel auf zu drücken. Erwartungsgemäß sehr poppig mit extrem tiefen
Bässen, aber nicht wirklich der Brüller. BATTERY bekräftigen zum
Schluß nochmal das Sprichwort "All Cats Are Grey" und das mit aller
Vehemenz und Intensität hypnotisiertender Electronicsound und betörenden
Frauenstimmen. Klingt nicht nach THE CURE, aber es hat
Stil!
Fazit: Nunja, wir haben hier einmal mehr das Problem,
daß der eingeschworene CURE-Fan solch eine Compilation wohl als Blasphemie
abtun wird, andererseits sich aber einige Musiker durchaus Gedanken
gemacht haben, starken Songs neue Aspekte zu verleihen. Wie bei allen
Tribute-Sampler ist das auch hier nicht immer zu 100% gelungen. Aber die
angesprochenen Hightlights, sowie die homogenische Mischung von
Nachgespieltem und Einbringung eigener Stilelemente machen "A Night
Like This..." durchaus zu einem hörenswerten Album.
Sir Ritchie für GOTHICWORLD