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Interview mit "The Crack of DooM" auf dem WGT 2000 in Leipzig
Sir Oliver: Wie lange gibt es die Band schon / Wie seit Ihr entstanden?
T.C.O.D.: Seit Anfang der 90iger haben wir (Gom und Zork) unter dem Namen
"The Crack oF DooM" zahlreiche Songs komponiert und aufgenommen.
Dabei stellte sich sehr schnell heraus, dass man einen sehr eigenen Sound
und auch sehr eigenwillige Vorstellungen hatte. Das wurde uns immer dann bewusst,
wenn es darum ging, eine Band zusammen zu stellen. So etwas hatte noch keiner gehört
und überhaupt die Vorstellung, in der Musik mit so vielen Samples und
Keyboards eine Gitarre und einen Bass einzubauen....
Für die meisten zu dieser Zeit nicht nachvollziehbar. Natürlich haben wir daran
festgehalten und seit '94 auch die Band, die unsere Musik "live" umsetzen kann.
Bis 1997 hat es dann noch gedauert, bis wir dann den Schritt an die Öffentlichkeit
gingen. M.O.S. Records veröffentlichten unser erstes Album "Sound of Ankh"
und die Reaktionen darauf haben all unsere Erwartungen weit übertroffen!
Bis dato haben wir uns nie intensiv mit dem Gedanken an einen Plattenvertrag
auseinandergesetzt und Angebote von einigen dubiosen Firmen immer abgelehnt,
aber ich denke, dass eine Band auch diesen Schritt gehen muss und sich nicht
um alles selber 100%ig kümmern kann. Dann folgte Anfang '99 der Wechsel nach
Strahlenland Records.
Carlos Peron ("Ex- Yello") und Lothar Gärtner von Strange Ways hatten ihr neues
Label gegründet und dort ist im Oktober '99 unsere 2. Album TO MEGATHERION
veröffentlicht worden.
Sir Oliver: Woher kommt Ihr?
T.C.O.D.: Wir leben alle in und um Bonn herum.
Sir Oliver: Kommt eine Tour ?
T.C.O.D.: Bisher haben wir darüber noch nicht viel nachgedacht.
Wir sind aber eine Live - Band und vielleicht kommen wir mal dazu eine gut
organisierte Tour zu machen!
Sir Oliver: Seit ihr gerade im Studio?
T.C.O.D.: Irgendwie sind wir ja immer im Studio! Wir haben unser
eigenes "War Drum - Studio" und verbringen dort auch die meiste Zeit. Von der
Komposition bis zum fertigen Mix ist da alles entstanden, was "The Crack oF
DooM" bisher veröffentlicht haben. In den vergangenen Wochen haben wir einige
neue Songs unserer Female - Voice B.E.A. aufgenommen und ab Juli beginnen wir
mit der Arbeit am 3. T.C.O.D. - Album, womit dann Anfang 2001 gerechnet werden
kann.
Sir Oliver: Wie seid ihr auf den Bandnamen gekommen?
T.C.O.D.: GOM schrieb1990 den aller ersten Text für unsere
Projekt. Der Titel lautete: "Apocalypse! The Crack oF DooM". Die Musik dazu
hatte ich damals mit einem alten Solina - Keyboard und einer üblen Yamaha Drum-
Maschine in einen 4-Spur Rekorder gespielt und als der Song fertig war, hatten
wir auch einen Namen. Aber eigentlich war "The Crack oF DooM" der Titel eines
Textes.
Sir Oliver: Warum seit Ihr auf dem WGT?
T.C.O.D.: Weil wir am liebsten auf Festivals spielen. Das war
schon immer so und eigentlich haben wir dort auch die besten Erfahrungen
gemacht.
Sir Oliver: Wie gefällt es Euch auf dem WGT?
T.C.O.D.: Vor zwei Jahren waren wir dort als Zuschauer vertreten
und von der Atmosphäre dort total begeistert! Wir waren uns da schon sehr
sicher, dass wenn man so etwas für Punker oder Heavys so organisiert hätte,
Leipzig heute nicht mehr existieren würde. Der gemeine Grufti ist Gott sei dank
(oder auch manchmal leider) sehr pflegeleicht.
Sir Oliver: Was meint Ihr zur WGT Organisation?
T.C.O.D.: Als wir am Pfingstsamstag dort ankamen, war es schon
klar, dass es eine Chaos-Aktion geben würde. Gefaxte Bühnenanweisungen und
andere im Vorfeld abgesprochene Vereinbarungen sind nicht dort angekommen, wo
sie gebraucht wurden, bzw. konnten nicht umgesetzt werden und wenn wir alle
nicht so locker 'drauf gewesen wären an diesem Tag, hätten wir 'nen Käffchen
geschlabbert und wären wieder nach Hause gefahren. An dieser Stelle aber ein
großes Kompliment an die Techniker der Agra Halle II um Stage- Manager Jens
Riediger von den Dreadful Shadows! Die Jungs hatten wirklich Stress und waren
alle sehr nett und hilfsbereit. Ansonsten bleibt uns dazu nur noch zu sagen,
dass wir uns sehr auf das Gothic-World-Treffen freuen.
Sir Oliver: An was oder wen orientiert Ihr Euch / Habt Ihr
Vorbilder?
T.C.O.D.: Ich denke mal, dass jeder, der ein Instrument erlernt
hat, Vorbilder hat. Vorbilder, an denen er sich orientieren kann und die dann
auch motivieren, musikalisch immer perfekter zu werden. Ob das dann aber immer
einen Einfluss auf die eigenen Kompositionen hat, müssen wir allerdings sehr
bezweifeln! Was uns da teilweise in den Reviews für Einflüsse unserer beiden
Alben "Sound of Ankh" und "To Megatherion" attestiert wurde, war schon
bewundernswert! Es ist wohl so, dass wir allgemein die Musik aus der "Szene"
sehr mögen und seit Anfang der 80iger auch verfolgen, aber musikalische
Vorbilder dort niemals gefunden haben. Ich kann allerdings doch verraten, dass
auf einer T.C.O.D.- Party sehr viel Marillion läuft! Sollten wir jemals einen
Song nach Pink Floyd's "another brick...." covern, dann "hollow man" von
Marillion! Dark Wave vom anderen Stern.
Sir Oliver: Wie entstehen bei Euch die Songs?
T.C.O.D.: Das ist eine Frage, die ich nur sehr unbefriedigend
beantworten kann! Die Art und Weise, wie ein neuer Song entsteht, ist auch immer
anders und es gibt da bei uns auch keinen festen Ablauf. Die Inspiration kommt
mal durch ein tolles Sample, einen Rythmus, oder ganz spontan bei einer
Proberaum - Session nach einigen Litern Rotwein.
Sir Oliver: Was bedeutet für Euch das Internet(Mp3) / Wie seht
Ihr das Internet als Medium Für die Szene?
T.C.O.D.: Absolut positiv! Mein Solo - Projekt "Human Park" wird
jeden Monat, bis Dezember 2000 einen neuen Song im Mp3 - Format auf unsere
Homepage (www.thecrackofdoom.de ) anbieten. Wer sich alle Songs dann auf CD
gebrannt hat, bekommt von mir zum 24.12. das dazugehörige Booklet
(unter zork@crackofdoom.de anfordern). Ich kann jetzt schon sagen, dass ich eine menge
Booklets drucken lassen muss!!!!! Als Medium ist das Internet für jede Szene
genial und es steht auch für die T.C.O.D. - Philosophie, das gut und böse eins ist.
Sir Oliver: Wo seht Ihr Euch in 5 Jahren?
T.C.O.D.: Wir kommen fast alle aus sehr musikalischen Familien
und da hat sich schon Immer alles hauptsächlich um Musik gedreht. Nicht erst
seit "The Crack oF DooM". Wir werden unseren weiteren Werdegang von keinem
anderen Faktor als "Bestimmung" abhängig machen lassen! Es sollte immer Spaß
machen und alle müssen zusammen halten. "The Crack oF DooM" hat schon so vielen
negativen Energien standgehalten, da stellt sich höchstens die Frage: Wo wollen
wir in 5 Jahren sein und wer kann dazu beitragen, unsere Musik möglichst vielen
Menschen zu vermitteln?
Sir Oliver: Wo seht Ihr die Szene in 5 Jahren?
T.C.O.D.: Wir würden uns schon wünschen, dass die
Oberflächlichkeit und der Neid in unserer Gesellschaft vor den Toren der
schwarzen Szene halt machen würde und all diejenigen, die sich mit der Mystik,
den Religionen, Philosophien der Welt und der "anderen Seite" auseinander setzen
geradezu prädestiniert sind, es einfach besser zu machen! Wenn sich jeder
wirklich bewusst macht, dass er etwas bewegen kann und einen Beitrag dazu
leistet, ist das nicht nur die Antwort darauf, wo die Szene in 5 Jahren ist,
sondern auch die Antwort nach dem Sinn des Lebens.
Sir Oliver: Habt Ihr ein Ziel vor Augen?
T.C.O.D.: Ich müsste jetzt eigentlich sagen: Der Weg ist das
Ziel. Stell' Dir einfach mal vor, du hast im Leben ein ganz großes Ziel und Bist
gestern dort angekommen!
Sir Oliver: Kommerzialisierung der Subkultur: Segen oder Fluch?
T.C.O.D.: Ich denke das jede neue Bewegung vom Menschen
allgemein sehr skeptisch gesehen wird. Wenn er sich erst einmal daran gewöhnt
hat , findet er auch direkt seine Schublade dafür und so wird aus Dark Wave und
Gothic dann Pop und Rock. Die sogenannte Subkultur muss dabei immer wieder eine
Steigerung bzw. ein neues Extrem für ihre Daseinsberechtigung finden und so kann
es passieren, dass sich liebe und sehr friedliche Musiker mit roter Farbe
beschmieren und dabei fotografieren lassen, wie sie extrem blonde Jungfrauen
schlachten. Jetzt brauche ich nur noch warten, bis so ein Foto die Titelstory
für "Bild der Frau" oder Hörzu liefert und bin dann gespannt, was von der
Subkultur so nachgeliefert wird. Trotzdem würde ich das nicht so negativ
bewerten. Immerhin bleibt somit alles in Bewegung. Alles wird gut.
Sir Oliver: Vielen Dank für das Interview und bis die Nächte
beim Gothic-World-Treffen in Niederaussem (30.06.00 - 02.07 00).