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ONSTAGE
Gothic Rock fürs nächste Jahrtausend
Bereits mit ihrem
Debütalbum "The Sound Of Ankh" machten THE CRACK OF DOOM
klar, daß es ihnen um sehr viel geht. Den engen
Klischee-Rahmen Gothic Rock ignorierten sie von Beginn an völlig und
bewiesen dafür Eigenständigkeit und klare Vision.
Auf Longplayer Nummer zwei klingt das alles noch viel
reifer und deutlicher...
Onstage unterhielt sich mit der Band
onstage:
Eure neue Veröffentlichung "To Megatherion" klingt meiner Meinung
nach facettenreicher und irgendwie anders als das Debütalbum *The Sound
Of Ankh*.
Wie siehst du das? Welche Veränderungen und Entwicklungen gab
es deiner Meinung nach?
THE CRACK OF DOOM:
Wir haben eine Entwicklung durchgemacht. Unserer
nun langjährigen Zusammenarbeit entsprang ein besseres Bandgefühl - wir
sind aufeinander eingespielt und gereift. Die Bestätigung durch unser
erstes Album "The Sound of Ankh" hat uns mehr Sicherheit und somit
innere Ruhe gebracht, so dass wir uns letztendlich intensiver mit der
Stimmung und Aussage eines jeden Stückes sowohl im musikalischen als
auch im textlichen Sinne auseinander setzen konnten. Im ersten Stück
wurde beispielsweise eine sehr private und persönliche Erfahrung
unseres Sängers eingebracht, die aber jeder nachempfinden kann;
es wurde die Gefühlswelt wiedergegeben, die man durchlebt, wenn
ein nahestehender Mensch von uns geht: *you sit here and wait for a
place in heaven*.
onstage:
Wie bereits auf dem Vorgängeralbum scheint "To
Megatherion" ein bestimmtes Konzept zugrunde zu liegen. Welches? Und
was hat das "Riesenvieh"
damit zu tun?
THE CRACK OF DOOM:
"To Megatherion" soll kein Konzeptalbum sein,
sondern thematisiert gleich einem roten Faden den "animalischen Teil"
in jedem von uns. Nicht der Teufel im herkömmlichen Sinne ist mit dem
Biest gemeint, sondern der tierische Trieb in jedem, der macht was er
will, der sich von Zeit zu Zeit wider Gott erhebt und gegen das
Himmlische rebelliert. Dieser Einfluss findet sich in jedem Stück
wieder. In manchen Texten überwiegt sogar der
animalische Teil...
"Children will grow" -
der Sohn tötet seine kranke Mutter weil sie nicht mehr von Nutzen war.
Er hat nie gelernt, mit Problemen umzugehen und ist von ihnen
überwältigt.
"Blue sky" - Der Mensch lebt seine
animalischen Triebe im Sex aus. Dieses Unmoralische gefällt Gott bzw.
findet seinen Zuspruch, da er ihn so geschaffen
hat.
"To Megatherion" - dem Mensch wird
bewusst, dass in ihm der animalische Teil überhand gewinnt. Er will das
Biest gezähmt wissen um das Gleichgewicht zwischen körperlicher und
spiritueller Liebe zu gewinnen. Angestrebt ist das Gleichgewicht der
Mächte.
onstage:
Ihr habt auch auf diesem Album Raum für
Experimente gelassen. Inwiefern würdest du TCOD als experimentelle
Gruppe bezeichnen. Und was ist das Ziel?
THE CRACK OF DOOM:
Nun, die Frage ist, wo fängt "experimentell" an, und wo hört es
auf? Anfänglich entsteht durch ein Wechselspiel von Bass und Schlagzeug
der Groove. Durch die verschie-denen musikalischen Einflüsse der
Bandmitglieder ist im Grunde genommen jedes Stück im Anfangsstadium ein
Experiment. Jede Komposition erweckt in jedem von uns ein Stück vom
Biest ... und manchmal überrascht uns das Resultat selbst! Am Ende ist
jedoch immer der Weg das Ziel...
onstage:
"To Megatherion"
erscheint auf einem neuen Label. Wieso habt ihr gewechselt, was ist
anders?
THE CRACK OF DOOM:
Die Zusammenarbeit mit MOS Records fand nicht
mehr auf gleicher Ebene statt. Um uns weiter zu entwickeln, war die
Trennung unumgänglich. Dies soll aber nicht heissen, dass MOS Records
uns in unserem Bestreben behindert hätte. Glücklicherweise liess sich
dieser Schritt sauber und ohne jegliche Animositäten
vollziehen!
onstage:
Wie kam es zur Zusammenarbeit mit Carlos Peron?
THE CRACK OF DOOM:
Carlos Peron und The Crack oF DooM kennen sich
nun schon seit Jahren; Carlos glaubt an die Beständigkeit und an das
Potential von The Crack oF DooM. Dies führte nun letztendlich zu einer
geschäftlichen Zusammenarbeit. Durch die geographische Nähe, die bei
MOS Records auch nicht gegeben war, entsteht ein besserer Austausch von
Ideen und Gedanken - das Ergebnis ist To Megatherion. Viele Impulse, z.
B. das Entwerfen und Gestalten des Covers sowie des Trackings
entstanden in gemeinsamer Arbeit (und um es nicht zu vergessen mit der
Unterstützung einiger Flaschen Rosé ). Auch sind wir Nutzniesser von
Carlos' vielfältigen Kontakten zur "Subkultur" - z. B. hat er für das
Cover-Artwork Digifish aus Düsseldorf gewinnen können - über das
Ergebnis waren wir begeistert. Zu guter Letzt:
VERTRAUOMAT!
onstage:
Weshalb habt ihr euch entschlossen, eine
Coverversion zu integrieren? Und warum habt ihr euch gerade für das
Cover eines Pink Floyd Klassikers entschieden?
THE CRACK OF DOOM:
Ein Cover war schon immer Thema. Wir wollten
jedoch eines machen, das anders ist. Es sollte anstössig sein,
provozieren und rebellisch wirken. Der Text sollte krasser als im
Origingal rüberkommen und das Ganze sollte zudem in die Gesamtheit des
Albums passen. Wir finden, genau das ist uns gelungen! In dem Stück
findet das Chaos von Takt zu Takt eine kriegerische
Ordnung.
onstage:
Ihr hattet bereits im Vorfeld der
Veröffentlichung Gelegenheit, dem Publikum eure neuen Stücke live
vorzustellen. Wie waren die Reaktionen?
THE CRACK OF DOOM:
Erstmals spielten wir das Set der neuen CD am
05. August 1999 in Krefeld zusammen mit den Dreadful Shadows. Das
Publikum wurde von The Crack oF DooM überrumpelt, da an unserer Stelle
eigentlich Love like Blood spielen sollte. Anhand des ehrlichen
Beifalls und den dort verkauften CDs kann man von einem Erfolg
ausgehen.
Nach dieser Generalprobe kam das
Zillo-Festival '99. Für uns alle ein Schlüsselereignis. The Crack oF
DooM erreichten mit ihrer Musik ein Publikum von ca. 1200 Mann. Die
Mischung bestand aus überzeugten Metallern bis hin zu Romantikern,
Goth"ikern" und Wavern. Wir sind überzeugt davon, in jedem etwas
berührt zu haben, etwas, das auch nach dem Konzert noch
weiterklingen wird.
onstage:
In welchem Rahmen
werdet ihr das neue Album präsentieren?
THE CRACK OF DOOM:
Zum Veröffentlichungstermin spielen wir auf den
Herbstnächten. Die Releaseparty ist in der Planung; Singleversionen in
der Mache. Zusätzlich laufen momentan Gespräche mit Gitane Demone,
Deine Lakaien, Leichenwetter, Clan of Xymox, Shadowland...; eine Tour
ist für das Frühjahr 2000 angedacht und auch die ersten Songideen für
eine neue Produktion sind geboren...
Es wird viel passieren!